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Mobility

Übungen fürs Büro: Nacken und Rücken in 5 Minuten entlasten

Philipp Schmitt neigt den Kopf zur Seite und dehnt den Nacken
Inhalt7 Abschnitte

Kurz gesagt

Gegen Nacken- und Rückenverspannungen im Büro hilft vor allem eins: häufiger die Position wechseln. Die beste Haltung ist die nächste. Ergänzend lösen sechs kurze Übungen am Schreibtisch – vom Kinn-Rückzug bis zur Hüftbeuger-Dehnung im Stehen – in etwa fünf Minuten typische Verspannungen.

Warum langes Sitzen verspannt

Nicht das Sitzen an sich ist das Problem, sondern das lange Verharren in derselben Position. Nacken- und Schultermuskeln halten stundenlang den Kopf über der Tastatur, die Hüfte bleibt gebeugt, der Rücken bewegt sich kaum. Die Folge kennst du vom Nachmittag: steif, müde, verspannt.

Deshalb gibt es die eine perfekte Sitzhaltung nicht. Auch eine aufrechte Haltung wird unangenehm, wenn du sie zwei Stunden lang hältst. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in ihren Bewegungsleitlinien ausdrücklich, lange Sitzzeiten zu reduzieren und durch Bewegung jeder Intensität zu ersetzen (WHO, 2020).

Regel Nummer eins: öfter wechseln

Steh alle 30 bis 60 Minuten kurz auf. Telefoniere im Gehen, hol dir ein Glas Wasser, wechsle zwischen Sitzen und Stehen, falls du einen höhenverstellbaren Tisch hast. Diese Mikropausen sind die wirksamste Übung des Arbeitstags.

6 Übungen für den Schreibtisch

  1. Kinn-Rückzug: Aufrecht sitzen und das Kinn waagerecht nach hinten schieben, als wolltest du ein Doppelkinn machen. Zwei Sekunden halten. 8 Wiederholungen.
  2. Seitneigung des Kopfes: Das Ohr Richtung Schulter sinken lassen und die gegenüberliegende Schulter sanft nach unten schieben. 30 Sekunden pro Seite, ruhig atmen.
  3. Schulterkreise: Beide Schultern langsam nach oben, hinten und unten kreisen. 10 Kreise.
  4. Brustwirbelsäule strecken: Hände hinter dem Kopf, an die Stuhllehne lehnen und den oberen Rücken über die Lehne nach hinten öffnen. Die Ellbogen zeigen zur Decke. 8 Wiederholungen.
  5. Rotation im Sitzen: Aufrecht sitzen, Arme vor der Brust verschränken und den Oberkörper langsam zu einer Seite drehen. Das Becken bleibt ruhig. 6 pro Seite.
  6. Hüftbeuger-Dehnung im Stehen: Einen großen Schritt nach vorn, das hintere Bein gestreckt. Das Gesäß der hinteren Seite anspannen und das Becken leicht aufrichten. 30 Sekunden pro Seite.

Alle sechs Übungen zusammen dauern etwa fünf Minuten. Mach sie zweimal am Tag, zum Beispiel am späten Vormittag und am Nachmittag.

Was langfristig hilft

Die Übungen lösen akute Verspannungen. Damit Nacken und Rücken auf Dauer belastbarer werden, brauchen sie Kraft. Die WHO empfiehlt Erwachsenen muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen pro Woche. Übungen wie Rudern, Kreuzheben mit einer leichten Kettlebell und Liegestütze machen deinen Körper widerstandsfähiger gegen lange Arbeitstage.

Viele meiner Kundinnen und Kunden haben Bürojobs. Die meisten trainieren zwei- bis dreimal pro Woche zwischen 30 und 60 Minuten – genug, um den Unterschied im Arbeitsalltag deutlich zu spüren. Wie du mit Krafttraining gegen Rückenschmerzen startest, liest du im Artikel Krafttraining bei Rückenschmerzen.

Wann du ärztlichen Rat brauchst

Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Schwindel, Kribbeln oder Taubheit in den Armen, Schmerzen nach einem Unfall oder Beschwerden, die trotz Bewegung über Wochen nicht besser werden, gehören ärztlich abgeklärt.

Häufige Fragen

Welche Sitzhaltung ist die richtige?

Es gibt nicht die eine richtige Haltung. Entscheidend ist, dass du sie häufig wechselst. Jede Haltung, die du stundenlang beibehältst, wird früher oder später unangenehm.

Wie oft sollte ich im Büro aufstehen?

Als Faustregel alle 30 bis 60 Minuten für ein bis zwei Minuten. Kurze, häufige Pausen wirken besser als eine lange Pause.

Hilft ein Stehschreibtisch gegen Rückenschmerzen?

Ein Stehschreibtisch hilft vor allem, weil er Positionswechsel erleichtert. Den ganzen Tag zu stehen ist ebenfalls keine Lösung. Am besten wechselst du regelmäßig zwischen Sitzen, Stehen und Gehen.

Quellen

  1. World Health Organization (2020): WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Genf: WHO.
Philipp Schmitt

Über den Autor

Philipp Schmitt

Philipp begleitet seit 2017 Menschen als Fitness- und Mobility-Coach. Er ist DOSB-Trainer B, hat sich in Mobility und Neuroathletik fortgebildet, unter anderem bei Z-Health, und wurde 2022 Deutscher Meister des DCSV im Weighted Calisthenics.

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