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Coaching & Routine

Gemeinsam trainieren: Vorteile, Grenzen und für wen es passt

Zwei Personen balancieren in einem Park über Holzbalken
Inhalt9 Abschnitte

Kurz gesagt

Gemeinsam trainieren motiviert: Feste Verabredungen schaffen Verbindlichkeit, und ein Trainingspartner oder eine Gruppe lässt dich oft mehr leisten als allein. Studien zum sogenannten Köhler-Effekt zeigen, dass Menschen Übungen länger durchhalten, wenn sie mit einem etwas stärkeren Partner trainieren. Für individuelle Ziele oder Beschwerden braucht trotzdem jede Person einen eigenen Plan.

Warum Gemeinschaft motiviert

Wer mit anderen trainiert, trainiert oft verbindlicher. Du bist verabredet, man kennt sich, und es fällt auf, wenn du fehlst. Dazu kommt ein Effekt, den viele aus dem Mannschaftssport kennen: Gemeinsam holst du Leistung aus dir heraus, die du allein nicht abrufen würdest.

Manu hat den Teamspirit im Coaching als einen der Gründe genannt, warum er drangeblieben ist. Heute geht er wieder regelmäßig ins Fitnessstudio.

Was die Forschung sagt

Der Köhler-Effekt beschreibt, dass Menschen mehr leisten, wenn ihr Beitrag für das gemeinsame Ergebnis zählt und die anderen etwas stärker sind. In Studien hielten Teilnehmende Übungen wie den Unterarmstütz deutlich länger durch, wenn sie mit einem etwas stärkeren Partner trainierten (Feltz et al., 2011). Der Effekt zeigt sich also schon zu zweit.

Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt: Feste Verabredungen nehmen dir die tägliche Entscheidung ab, ob du heute trainierst. Warum das so wichtig ist, erkläre ich im Artikel Trainingsroutine aufbauen.

Vorteile des gemeinsamen Trainings

  • Verbindlichkeit: Feste Termine, die du nicht einfach verschiebst
  • Motivation: Ihr zieht euch gegenseitig durch anstrengende Übungen
  • Freude: Gemeinsame Erfolge machen Training zu einem Termin, auf den du dich freust
  • Austausch: Ihr sprecht über Fortschritte und Hürden und findet gemeinsam Lösungen

Zu zweit trainieren

Du brauchst keine große Gruppe, um von diesen Effekten zu profitieren. Schon ein fester Trainingspartner sorgt für Verbindlichkeit – ob Partnerin oder Partner, beste Freundin, Bruder oder Kollege.

Wichtig ist, dass jede Person nach einem Plan trainiert, der zum eigenen Level passt, auch wenn ihr viele Übungen gemeinsam macht. So kommt niemand zu kurz, und ihr müsst nicht immer am selben Ort sein: Ihr könnt zusammen trainieren oder jeder für sich.

Grenzen des gemeinsamen Trainings

Eine Gruppe kann nicht jede Übung auf jede einzelne Person zuschneiden. Wer Schmerzen hat, nach einer Verletzung zurückkommt oder ein sehr spezifisches Ziel verfolgt, braucht einen individuellen Plan. Das gilt auch zu zweit: Unterschiedliche Level oder Beschwerden brauchen unterschiedliche Varianten.

Woran du eine gute Trainingsgruppe erkennst

  • Qualifizierte Anleitung: Wer leitet die Gruppe, und mit welcher Ausbildung?
  • Gruppengröße: Je kleiner die Gruppe, desto mehr Korrekturen bekommst du.
  • Anpassbare Übungen: Eine gute Gruppe bietet für jede Übung leichtere und schwerere Varianten.
  • Atmosphäre: Du solltest dich willkommen fühlen, egal auf welchem Level du startest.

Gemeinsam trainieren bei Bewegungsathleten

Wenn du nicht allein trainieren willst, kannst du mein Coaching auch zu zweit machen: Im Buddy-Coaching trainierst du mit deinem Partner, deiner besten Freundin oder deinem Trainingspartner. Ihr bekommt beide einen individuellen Trainingsplan per App, wöchentliches Feedback und einen gemeinsamen monatlichen Online-Call – und zahlt weniger als im 1:1-Coaching.

Häufige Fragen

Ist gemeinsames Training effektiver als allein?

Für viele Menschen ja, weil feste Verabredungen für Verbindlichkeit sorgen. Studien zum Köhler-Effekt zeigen, dass Menschen mit einem etwas stärkeren Partner Übungen länger durchhalten. Für individuelle Ziele ist ein persönlicher Plan eine sinnvolle Ergänzung.

Was bringt ein Trainingspartner?

Ihr seid verabredet, erinnert euch gegenseitig und feiert Fortschritte zusammen. Das macht es leichter, dranzubleiben – auch an Tagen, an denen du allein nicht anfangen würdest.

Müssen Trainingspartner das gleiche Level haben?

Nein. Wichtig ist, dass jede Person Übungen und Belastung passend zum eigenen Level bekommt. Viele Übungen könnt ihr trotzdem gemeinsam machen, jeweils in eurer eigenen Variante.

Kann ich als Anfänger in einer Trainingsgruppe mitmachen?

Ja, wenn die Übungen an verschiedene Level angepasst werden. Frag vorher nach, ob die Gruppe für Einsteigerinnen und Einsteiger geeignet ist.

Quellen

  1. Feltz DL, Kerr NL, Irwin BC (2011): Buddy up: the Köhler effect applied to health games. Journal of Sport and Exercise Psychology 33(4):506–526.
Philipp Schmitt

Über den Autor

Philipp Schmitt

Philipp begleitet seit 2017 Menschen als Fitness- und Mobility-Coach. Er ist DOSB-Trainer B, hat sich in Mobility und Neuroathletik fortgebildet, unter anderem bei Z-Health, und wurde 2022 Deutscher Meister des DCSV im Weighted Calisthenics.

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