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Mobility

Hüfte mobilisieren: 5 Übungen gegen steife Hüften

Philipp Schmitt sitzt auf der Trainingsmatte und hält seine Fußgelenke
Inhalt9 Abschnitte

Kurz gesagt

Die Hüfte ist ein Kugelgelenk und braucht Bewegung in alle Richtungen: beugen, strecken und drehen. Wer viel sitzt, nutzt davon nur einen kleinen Teil. Fünf Übungen – Hüftkreise, 90/90-Sitz, Hüftbeuger-Dehnung, tiefe Hocke und Kosakenkniebeuge – bewegen die Hüfte in etwa zehn Minuten einmal komplett durch.

Warum sich Hüften steif anfühlen

Die Hüfte kann sich in alle Richtungen bewegen: nach vorn und hinten, zur Seite und in Drehung. Im Alltag nutzen die meisten davon nur einen Ausschnitt – Sitzen, Stehen, Gehen. Positionen, die dein Körper selten einnimmt, fühlen sich mit der Zeit fremd an, und dein Nervensystem bremst dort früher ab. Das Ergebnis ist das bekannte Gefühl, nach langem Sitzen eingerostet zu sein.

Eine eingeschränkte Hüfte bleibt selten ein lokales Thema. Fehlt Bewegung im Hüftgelenk, holen sich Knie und unterer Rücken die Bewegung oft an anderer Stelle. Deshalb schaue ich bei Rücken- und Knieschmerzen immer auch auf die Hüfte.

1. Hüftkreise im Vierfüßlerstand

Geh in den Vierfüßlerstand, Hände unter den Schultern, Knie unter der Hüfte. Heb ein Knie leicht an und male damit einen möglichst großen, langsamen Kreis: nach vorn, zur Seite, nach hinten. Becken und Oberkörper bleiben ruhig.

Dosierung: 3 Kreise pro Richtung und Seite.

2. 90/90-Sitz

Setz dich so auf den Boden, dass beide Knie etwa 90 Grad gebeugt sind: das vordere Bein vor dir, das hintere seitlich. Richte dich auf und neige den Oberkörper mit langem Rücken über das vordere Schienbein. Danach wechselst du die Seite, indem du beide Knie zur anderen Seite kippst.

Dosierung: pro Seite 45 Sekunden halten, dann 6 langsame Wechsel.

3. Hüftbeuger-Dehnung im Halbkniestand

Knie dich in einen Ausfallschritt, das hintere Knie auf einer weichen Unterlage. Spann das Gesäß der hinteren Seite an und kipp das Becken leicht nach hinten. Die Dehnung spürst du vorn in der Leiste. Für mehr Wirkung streckst du den Arm der hinteren Seite nach oben.

Dosierung: 2 × 45 Sekunden pro Seite.

4. Tiefe Hocke mit Gewichtsverlagerung

Sinke mit etwa schulterbreitem Stand in die tiefe Hocke, Fersen am Boden. Verlagere das Gewicht langsam auf ein Bein, dann aufs andere, und schieb die Knie dabei mit den Ellbogen sanft nach außen. Am Anfang darfst du dich an einem Türrahmen festhalten.

Dosierung: 60 Sekunden.

5. Kosakenkniebeuge

Stell dich breit hin, Füße leicht ausgedreht. Beuge ein Bein und schieb das Gesäß Richtung Ferse, während das andere Bein gestreckt bleibt und die Fußspitze nach oben zeigt. Geh nur so tief, wie es kontrolliert möglich ist, gern mit den Händen auf einem Stuhl.

Dosierung: 2 × 5 pro Seite.

Wie oft du die Hüfte mobilisieren solltest

Die fünf Übungen dauern zusammen etwa zehn Minuten. Ideal ist täglich oder an fünf Tagen pro Woche, besonders an Tagen mit viel Sitzen. Zusätzlich hilft es, im Alltag öfter die Position zu wechseln: im Schneidersitz arbeiten, beim Telefonieren in die Hocke gehen, zwischendurch aufstehen.

Beweglichkeit allein reicht auf Dauer nicht. Damit die Hüfte belastbar wird, braucht sie Kraft in den neuen Positionen, etwa durch Kniebeugen, Ausfallschritte und Hüftstrecken mit Gewicht. Warum beides zusammengehört, erkläre ich im Artikel Mobility-Training: Was es ist und wie du anfängst.

Wann du vorsichtig sein solltest

Leistenschmerzen, die beim Gehen einschießen, ein Blockadegefühl im Gelenk oder Schmerzen nach einem Sturz gehören ärztlich abgeklärt. Das gilt auch für Beschwerden nach einer Hüftoperation: Welche Bewegungen erlaubt sind, legt dein Behandlungsteam fest.

Häufige Fragen

Warum ist meine Hüfte morgens steif?

Nach der Nacht fühlen sich viele Gelenke steif an, weil sie stundenlang kaum bewegt wurden. Meist hilft es, die Hüfte nach dem Aufstehen einige Minuten durchzubewegen. Hält die Steifigkeit morgens lange an oder kommen Schwellungen dazu, lass das ärztlich abklären.

Helfen Hüftübungen auch bei Rückenschmerzen?

Oft ja. Lässt die Hüfte wenig Bewegung zu, gleicht der untere Rücken häufiger aus. Mehr Beweglichkeit und Kraft in der Hüfte können ihn entlasten. Die Ursache von Rückenschmerzen ist aber individuell, deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

Kann ich die Übungen bei Hüftarthrose machen?

Bewegung und Training werden bei Arthrose grundsätzlich empfohlen. Welche Übungen und welcher Bewegungsumfang für dich passen, stimmst du am besten mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Physiotherapie ab.

Philipp Schmitt

Über den Autor

Philipp Schmitt

Philipp begleitet seit 2017 Menschen als Fitness- und Mobility-Coach. Er ist DOSB-Trainer B, hat sich in Mobility und Neuroathletik fortgebildet, unter anderem bei Z-Health, und wurde 2022 Deutscher Meister des DCSV im Weighted Calisthenics.

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